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	<title>art matters</title>
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	<description>Nachrichten aus Kunst &#38; Wirtschaft</description>
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		<title>Baubeginn bei &#8220;Mae West&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 12:19:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst am Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel durch Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Münchner Effnerplatz entsteht Kunst im öffentlichen Raum
Kunst-am-Bau verbinden viele noch immer mit jenen ominösen 3%, die angeblich bei jedem Bauvorhaben für Kunst ausgegeben werden müssen. (Diese Regel hat tatsächlich nie existiert!) Doch die Stadt München hat sich bereits seit längerem freiwillige 2% verordnet. So ist hier viel Kunst-am-Bau entstanden, was sicher mit zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #993300;">Auf dem Münchner Effnerplatz entsteht </span><em><span style="color: #993300;">Kunst im öffentlichen Raum</span></em></h2>
<p><span style="color: #000000;">Kunst-am-Bau verbinden viele noch immer mit jenen ominösen 3%, die a</span><span style="color: #000000;">ngeblich bei jedem Bauvorhaben für Kunst ausgegeben werden müssen. (Diese Regel hat tatsächlich nie existiert!) Doch die Stadt München hat sich bereits seit längerem freiwillige 2% verordnet. So ist hier viel Kunst-am-Bau entstanden, was sicher mit zum Charme des weltoffenen &#8220;Millionendorfs&#8221; beigetrage</span>n hat. Zweckmäßigkeit ist eben nicht alles.</p>
<p>Als nun der &#8220;Mittlere Ring&#8221; am Effnerplatz untertunnelt wurde, standen immerhin noch 0,5 % für Kunst zur Verfügung, was beachtliche 1,5 Mio. ergab. Die Jury wählte auch entsprechend etwas richtig Großes aus: die 52 Meter hohe Skulptur &#8220;Mae West&#8221; der Künstlerin Rita McBride, die vor 10 Jahren ein Gastprofessur an der Münchner Kunstakademie hatte. In diesen Tagen wird die nicht unumstrittene Skulptur auf dem Effnerplatz gebaut. Dies nehmen wir zum Anlass, uns ein paar Gedanken zu machen.<span style="font-size: 13.1944px;"><img class="alignnone size-full wp-image-252" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; border: 1px solid black;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/st_emmeram-simulation-mae_west1.jpg" alt="" width="700" height="435" /></span></p>
<h6>Abb.: www.tram-muenchen.de</h6>
<p><strong>Kunst und ihre Funktion</strong><br />
<span style="font-size: 13.1944px;">Sicher die heikelste Anforderung an Kunst ist <em>die Funktion</em>. Hat Kunst nicht frei zu sein? Doch die Erfahrung lehrt: Je höher die Kosten eines Projekts sind, um so höher sind auch die Erwartungen. So kann es nicht verwundern, dass man hinter &#8220;Mae West&#8221; den Wunsch vermutet, eine sichtbare Landmark zu setzen, ein &#8220;neues Stadttor für München&#8221;.</span></p>
<p>Derartige Gedanken lieferten den Kritikern Argumente, denn am Effnerplatz endet keine wichtige Fernstraße. Die Skulptur markiert einen unbedeutenden Platz, neben dem Hochhäuser bereits den Himmel verbaut haben.</p>
<p><span style="font-size: 13.1944px;">Doch passt es zur Künstlerin Rita McBride, dass sie ihre Arbeit auf einen derartigen Platz stellt. Denn ihre Skulpturen sollen auf den ersten Blick wie banale Gegenstände wirken, die irgendwie aus ihrer Funktion gefallen sind. Hier am Effnerplatz wählte sie eine Struktur, die an die Form eines Kühlturms erinnert, lediglich schlanker und transparent. Es ist sicher gewollt, dass dies technisch wirkt. Der Passant soll sich irritiert fragten, ob diese Struktur einen Zweck besitzt. Er soll für einen Moment innehalten, weil in ihm die gewohnte &#8220;funktionierende&#8221; Welt an ihre Grenzen gestoßen ist.<span id="more-250"></span></span></p>
<p>Wenn man dies verstanden hat, wird klar, warum die Meinungen über die Skulptur derart weit auseinander gehen: McBrides Strategie geht möglicherweise nicht auf, da ja ohnehin jedem klar ist, dass man über Kunst diskutiert. Echte Irritation kann sich angesichts der Visualisierungen nicht einstellen. <span style="font-size: 13.1944px;">So gibt es heute nur zwei Seiten: jene, die nach der Funktion dieser Kunst fragen &#8211; und jene, die sich freuen, wenn Kunst den öffentlichen Raum erobert.</span></p>
<p><span style="font-size: 13.1944px;">Es steht zu hoffen, dass die Diskussionen den Passanten nicht den unvoreingenommenen Blick verstellt haben. Wie es sich mit &#8220;Mae West&#8221; lebt, wird die Zeit zeigen. Schade nur, dass dann vermutlich ein Name an der Skulptur haften bleiben wird, der wenig inspiriert wirkt. Denn der Bezug zu dieser Sexbombe einer vergangenen Zeit, zu ihren Netzstümpfen oder ihrer Taille wirkt eigenartig unbeholfen.</span></p>
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		<title>Ehrung für das Forum Duisburg</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2010 10:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Art Consulting/ Kunstberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Forum Duisburg ist zum &#8220;Best European Shoppingcenter 2010&#8221; gewählt worden!

Wir freuen uns zusammen mit Multi Development über diese Auszeichnung.

Als das Forum Duisburg eröffnet wurde, titelten die Ruhr Nachrichten:
Eine Stadt im Rausch: &#8220;Goldene Leiter&#8221; in Duisburg


Tatsächlich entstand mit der Goldenen Leiter der Künstler Brunner/ Ritz eine echte Landmark, die zu einem Wahrzeichen für Duisburg geworden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #993300;">Das Forum Duisburg ist zum &#8220;<em>Best European Shoppingcenter 2010</em>&#8221; gewählt worden!</span></h2>
<h2><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Leiter-event-klein.jpg"></a></h2>
<p>Wir freuen uns zusammen mit Multi Development über diese Auszeichnung.</p>
<div><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Panorama2.jpg"><img class="size-large wp-image-166 alignnone" style="margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 20px; margin-bottom: 20px; border: 1px solid black;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Panorama2-1024x662.jpg" alt="" width="675" height="437" /></a></div>
<div>Als das Forum Duisburg eröffnet wurde, titelten die <em>Ruhr Nachrichten</em>:</div>
<div><strong>Eine Stadt im Rausch: &#8220;Goldene Leiter&#8221; in Duisburg</strong></div>
<div><strong><br />
</strong></div>
<div>Tatsächlich entstand mit der Goldenen Leiter der Künstler Brunner/ Ritz eine echte Landmark, die zu einem Wahrzeichen für Duisburg geworden ist. Sie ist den Menschen ans Herz gewachsen, wie man z.B. sehen konnte, als im Juli drei Millionen Menschen auf dem Ruhrschnellweg ein gigantisches Straßenfest feierten:<span id="more-165"></span></div>
<div><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Leiter-event-klein.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-170" style="margin-top: 20px; margin-bottom: 20px;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Leiter-event-klein.jpg" alt="" width="700" height="749" /></a></div>
<div>Wie kaum ein anderes Kunstwerk hat es die Leiter geschafft,  zu einem beliebten Symbol für eine “goldene” Zukunft in der eigenen Heimat zu werden.</div>
<div>
<p><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Kinder.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-172" style="margin-top: 20px; margin-bottom: 20px; border: 1px solid black;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/Kinder.jpg" alt="" width="702" height="468" /></a></p>
<p>Das Potential, das ein Kunstwerk entfalten kann, ist hier mit Händen zu greifen. Kein Logo und keine Leuchtreklame kann Menschen derart verbinden.</p>
</div>
<div>Es ist der ambitionierten Projektleitung durch Multi Development zu verdanken, dass ein derart herausragendes Kunstwerk erdacht und realisiert wurde. Und es ist sicher kein Zufall, dass auf diese Weise eine ungewöhnlich erfolgreiche Shopping-Mall enstanden ist. Das Forum Duisburg hat es eben geschafft, mehr zu sein, als lediglich ein Ort zum Einkaufen.</div>
<div>Es ist ein Ort modernen städtischen Lebens.</div>
<div>
<p><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/BEN4145-klein.jpg"><img class="size-full wp-image-187 alignnone" style="margin-right: 1px; margin-left: 1px; margin-top: 20px; margin-bottom: 20px; border: 1px solid black;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/BEN4145-klein.jpg" alt="" width="530" height="796" /></a></p>
<p>Fotos: Multi Development &#8211; mit freundl. Genehmigung des Forum Duisburg</p>
</div>
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		<title>Kunst zwischen Leidenschaft und Markt</title>
		<link>http://artmatters.de/blog/2010/09/29/kunst-zwischen-leidenschaft-und-markt/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 17:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Innovation]]></category>
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		<description><![CDATA[
Wir möchten auf den 2008 entstandenen Dokumentarfilm “Kunst zwischen Leidenschaft und Markt” von Christopher Lewis hinweisen, den wir weiter unten in Ausschnitten präsentieren.
Christopher Lewis fasst seinen Film wie folgt zusammen: Der Kunstmarkt stellt sich für viele Kunstkenner und Laien kontrovers dar. Der Hype um Preise und Renditen steht oft über den Inhalten und der Qualität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste">
<p>Wir möchten auf den 2008 entstandenen <strong>Dokumentarfilm “Kunst zwischen Leidenschaft und Markt”</strong> von <em>Christopher Lewis</em> hinweisen, den wir weiter unten in Ausschnitten präsentieren.</p>
<p>Christopher Lewis fasst seinen Film wie folgt zusammen: Der Kunstmarkt stellt sich für viele Kunstkenner und Laien kontrovers dar. Der Hype um Preise und Renditen steht oft über den Inhalten und der Qualität von Kunst. Die Medien verleihen dem Kunstapparat zunehmend unterhaltsamen Charakter und provozieren etwa die Frage: Worum geht es in der Kunst? Akteure auf dem Kunstmarkt wurden investigativ befragt und äußern sich authentisch. Dabei treffen zwei Fronten aufeinander, die im Film wertfrei dargestellt werden.</p>
<p>Interviewpartner z.B. Axel Haubrok, Ingvild Goetz, Wilhelm Grusdat, Piroschka Dossi, Dr. Stefan Shaw, Katrin Stoll, Dr. Edgar Quadt, Prof. Dr. Florian Hufnagl…</p>
<p>Lewis plant z. Zt. seinen dritten Dokumentarfilm (KUNST.MACHT!SINN?), in dem er international der Frage nachgeht: Welche Aufgabe hat Kunst heute?</p>
<p>	<!-- Smart Youtube -->
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		<title>art matters unterstützt betterplace</title>
		<link>http://artmatters.de/blog/2010/09/24/art-matters-unterstutzt-betterplace/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 18:50:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits seit ihrer Gründung  unterstützt art matters die innovative Spendenplattform www.betterplace.org.
Auf betterplace.org finden Sie Hilfsprojekte aus der ganzen Welt oder Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Projekte, die Sie direkt unterstützen können: mit einer Geld- oder Sachspende, mit freiwilliger Mitarbeit oder Know-how – ob als Einzelperson oder Unternehmen. Auf betterplace können Sie langfristig und multimedial verfolgen, welch konkreten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits seit ihrer Gründung  unterstützt art matters die innovative Spendenplattform <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.betterplace.org">www.betterplace.org</a>.</span></p>
<p>Auf betterplace.org finden Sie Hilfsprojekte aus der ganzen Welt oder Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Projekte, die Sie direkt unterstützen können: mit einer Geld- oder Sachspende, mit freiwilliger Mitarbeit oder Know-how – ob als Einzelperson oder Unternehmen. Auf betterplace können Sie langfristig und multimedial verfolgen, welch konkreten Unterschied Ihr Beitrag bewirkt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/betterplace2.png"><img class="size-full wp-image-150 aligncenter" title="betterplace" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/betterplace2.png" alt="" width="627" height="312" /></a></p>
<p><strong>Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit und schauen Sie bei </strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.betterplace.org"><strong>betterplace </strong></a></span><strong>vorbei</strong>. Ob für Ihr privates Engagement oder das Ihres Unternehmens, &#8211; vielleicht auch als Ideengeber, wie man eine sinnvolle und nützliche Weihnachtsbotschaft an seine Kunden gesendet bekommt.</p>
<p>betterplace verbindet. Menschen, die Unterstützung brauchen, treffen hier auf Menschen, die helfen wollen. Eins zu eins. Ohne Umwege. Weltweit.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Aktuelles Projekt: Atriumsgestaltung für die LHI</title>
		<link>http://artmatters.de/blog/2010/09/20/aktuelles-projekt-atriumsgestaltung-fur-die-lhi/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 01:21:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Art Consulting/ Kunstberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst am Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Hubertus Hamm]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ein Meisterfotograf seine Kreativität in einem fremden Medium erprobt, kann das Ergebnis faszinierend sein. Für die LHI Leasing GmbH konnte Hubertus Hamm - einer der Big Names der deutschen Fotografie - ein riesiges Atrium ausgestalten. Und er tat dies nicht mit Photographien!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für die LHI Leasing GmbH konnte Hubertus Hamm &#8211; einer der Big Names der deutschen Fotografie &#8211; ein riesiges Atrium ausgestalten. Und er tat dies nicht mit Photographien!</strong></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-58" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 5px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/LHI-2-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></p>
<p>Wenn man einen Fotografen bittet, eine Raumgestaltung zu entwickeln, so wird man überrascht sein, wenn sein Entwurf keine Fotos vorsieht, sondern Siegelflächen! Wohl niemand erwartete einen derartigen Vorschlag, als Hubertus Hamm seine Ideen für das Atrium der LHI GmbH vorstellte: Er wollte 15 Meter hohe geformte Edelstahlpaneele an den Wänden installieren, die nicht bedruckt oder farbig gestaltet sind, sondern lediglich reflektieren. “Transformationen” sollte das Projekt in diesem Stadium heißen und trotz, oder gerade wegen der unerwarteten Konzeption, konnte sich Hubertus Hamms Entwurf bei der Jury durchsetzen. Diese Entscheidung war sicher ein Wagnis, denn letztendlich konnte niemand wirklich sagen, wie das Ganze tatsächlich aussehen wird. Die Wirkung von 12 Meter hohen komplex geformten Spiegelflächen in einem Raum lässt sich weder simulieren noch erahnen. Und etwas Vergleichbares gab es noch nirgends zu sehen. Jeder war auf das Ergebnis gespannt.<span id="more-37"></span></p>
<p>Aber wie kommt ein Fotograf überhaupt auf die Idee, das Bild offen zu lassen, was wir sehen werden? Spiegelflächen zeigen uns nie ein fertiges Bild! Und ist es nicht gerade die Aufgabe des Fotografen uns das zu liefern, was wir als Bild erleben? Diese Stelle lässt Hubertus Hamm jedoch leer. Offenbar hat er eine völlig andere Herangehensweise als andere Fotografen. Nur welche ist das?</p>
<p>Wie so oft bei großen Projekten, hat bei Hubertus Hamm die Beschäftigung mit dem Thema bereits wesentlich früher begonnen. Er fand zum Thema “Spiegel” tatsächlich im Medium der Fotografie: durch das Objektiv. Denn bereits seit längerem fotografiert Hubertus Hamm am liebsten mit einem etwas unmodernen, aber sehr kompakten Spiegelobjektiv. Gewöhnlich erscheint der Spiegelring, der sich in seinem Inneren befindet, nicht auf der Aufnahme, doch Hamm benutzt diese Optik derart unorthodox, so dass der Spiegel sich in den Glanzlichtern der Aufnahme abbildet. Man sieht überall kleine leuchtende Kreise. Diese Bilder halten viele für aufwendige Computervisualisierungen, doch sie sind in Wirklichkeit die Summe der vielen Spiegelbilder. Das ganze Bild, im Großen wie im Kleinen, ist die Summe aus unendlich vielen Blicken in einem geformten Spiegel.</p>
<p>Die Welt im konvexen Spiegel hat Hubertus Hamm nachhaltig fasziniert. Alles verändert sich. Details verschwinden. Gleichzeitig steigern sich die Emotionen. Bekanntes erscheint plötzlich bedrohlich und fremd.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-48" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 5px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid black;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/DSC0330_quer-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></p>
<p>Wenn Hubertus Hamm bei seiner Wandarbeit nun die Kamera um den Spiegel weglässt, so öffnet er gewissermaßen die Büchse der Pandora. Er überlässt es damit uns, dem Betrachter, selbst einen Ausschnitt und ein Motiv zu wählen. Das, was wir sehen, haben wir damit tatsächlich selber in der Hand. Doch durch die Form des Spiegels wird etwas anderes weiterhin vorbestimmt: das Wie.</p>
<p>Und dieses Wie ist verstörend. Die Welt entgleitet uns im Blick durch den Spiegel. Großes wird klein, gerades wird schief, kleines wird groß. Und wieder stellt sich die Assoziation von Computervisualisierungen ein, als wäre eine Kamera durch den Raum geflogen und hätte diese Erlebnisse irgendwie in ein Bild zusammengeschoben. Ständig ändert sich die Perspektive. Es sind Blicke in eine Welt, die aus den orthogonalen Fugen geraten ist. Je näher man herangeht, umso taumelnder wird der Blick.</p>
<p>Tritt man jedoch zurück und sieht aus der Ferne die gesamte Wand, so erkennt man hier Motive: glitzernde Flüssigkeitssäulen. Die erste Säule am Eingang erinnert an Wasser. Sie ist völlig klar und brillant. Die zweite schimmert leicht golden und warm. Die dritte hat ein unglaublich tiefes Blau, das je nach Blickwinkel bis zu völligem Schwarz absinken kann, wie der Blick in die endlose Tiefe eines Ozeans. Panta rhei – alles fließt. Alles ist in Bewegung. Alles verändert sich.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Kunst im Technologiezentrum von Rohde &amp; Schwarz</title>
		<link>http://artmatters.de/blog/2010/09/15/kunst-im-technologiezentrum-von-rohde-schwarz/</link>
		<comments>http://artmatters.de/blog/2010/09/15/kunst-im-technologiezentrum-von-rohde-schwarz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 14:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Schulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Art Consulting/ Kunstberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst am Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Miura]]></category>
		<category><![CDATA[Zen]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang dieses Jahres verwirklichte Yoshiyuki Miura zum zweiten Mal  für einen unserer Kunden eine seiner spektakulären hängenden Skulpturen. Dies ist ein schöner Anlass  zurückzuschauen auf eine Arbeit, die Miura bereits vor einigen Jahren für unseren Kunden Rohde &#38; Schwarz in München realisiert hat.
Aus der Unternehmensbroschüre von Rohde &#38; Schwarz:

&#8220;Das neue Technologiezentrum ist ein Signal für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang dieses Jahres verwirklichte <strong>Yoshiyuki Miura</strong> zum zweiten Mal  für einen unserer Kunden eine seiner spektakulären hängenden Skulpturen. Dies ist ein schöner Anlass  zurückzuschauen auf eine Arbeit, die Miura bereits vor einigen Jahren für unseren Kunden Rohde &amp; Schwarz in München realisiert hat.</p>
<p>Aus der Unternehmensbroschüre von Rohde &amp; Schwarz:</p>
<p><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/Skulptur-klein.jpg"><img class="alignright size-large wp-image-73" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 5px; border: 1px solid #000000;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/Skulptur-klein-1024x514.jpg" alt="" width="512" height="257" /></a></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: auto;"><em>&#8220;Das neue Technologiezentrum ist ein Signal für die Innovationskraft von Rohde &amp; Schwarz. Die Skulptur des japanischen Künstlers Miura „Schwingungen des Raumes“ im Zentrum des Gebäudes zeugt von Leichtigkeit gepaart mit Offenheit und Kreativität. Der einzelne Stein sticht heraus und ist gleichzeitig Teil des großen Ganzen bei Harmonie von Materialien und Umgebung.</em></div>
<p><em>Im Zentrum des Kunstwerkes spiegelt sich die globale Präsenz des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern, den Vertriebsgesellschaften sowie den Kunden in seiner fragmentierten Form einer Weltkugel wieder. Ein Symbol für ‘global thinking, local acting’? </em><em>Parallelen zu unserer Arbeit zeigen sich deutlich. Am Anfang steht eine Idee, es folgen Versuche, Berechnungen, Modelle. Erst ganz am Ende fügt sich alles zueinem großen, schlüssigen Werk. &#8220;<span id="more-69"></span></em></p>
<p>Damit die Arbeiten von Miura ihre meditative Kraft entfalten können, bedarf es einer außerordentlichen Präzision sowohl bei der Installation als auch bei der Planung. In völliger Zurückgezogenheit entwirft Miura seine Arbeiten, bis sie im Detail seinen Vorstellungen entsprechen.</p>
<div id="attachment_135" class="wp-caption aligncenter" style="width: 616px"><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/MiuraSpalten.jpg"><img class="size-full wp-image-135" style="border: 1px solid black; margin-top: 5px; margin-bottom: 5px;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/MiuraSpalten.jpg" alt="" width="606" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Es wurden 6.000 schwarze Granitsplitter von Hand geschlagen.</p></div>
<p>Die Arbeiten Miuras entstehen aus der Konzentration. Sie sind eine wohltuende Einladung, aus der Hektik in die Stille einzutreten, aus der Eile in die Langsamkeit, aus der Nervosität in die Ruhe. Hier wird die Nähe zum japanischen Zen deutlich: shiki ist ku und ku ist shiki. Form ist Leere und Leere ist Form. Der Neubau des Technologiezentrums von Rohde und Schwarz hat durch die Skulptur von Miura sein Zentrum erhalten.</p>
<div id="attachment_94" class="wp-caption aligncenter" style="width: 616px"><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/MiuraSeil.jpg"><img class="size-full wp-image-94" style="border: 1px solid black; margin: 5px 10px;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/MiuraSeil.jpg" alt="" width="606" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Für die Skulptur „Schwingung des Raumes“ wurden 150 km Stahlseile verwendet.</p></div>
<p>Die Präzision bei der Ausarbeitung ist Voraussetzung für die Schwerelosigkeit der Wirkung. Wenn die Skulptur vollendet ist, spürt man den schlichten Stein und den Raum der zwischen den Splittern entstanden ist. Der gesprengte Fels bildet eine Kuppel. Eingefrorener Moment einer Explosion? Brocken eines expandierenden Universums? Das Große liegt im Kleinen, das Kleine im Großen. Vielleicht ist diese Skulptur ein moderner Zen-Garten.</p>
<div id="attachment_95" class="wp-caption aligncenter" style="width: 615px"><a href="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/MiuraInsallation.jpg"><img class="size-full wp-image-95" style="border: 1px solid black; margin: 5px 10px;" src="http://artmatters.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/MiuraInsallation.jpg" alt="" width="605" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">Alleine für das Aufhängen der Skulptur im Technologiezentrum benötigte der Künstler und seine beiden Assistenten drei Wochen.</p></div>
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		<title>Art Consulting im Wandel: Kunst als Schmuck hat ausgedient</title>
		<link>http://artmatters.de/blog/2010/09/13/art-consulting-im-wandel-kunst-als-schmuck-hat-ausgedient/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 20:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Art Consulting/ Kunstberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst am Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel durch Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Identity]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Praxis des Art Consulting in Deutschland ist in tiefgreifendem Wandel. Vieles von dem, was noch in den 80er und 90er Jahren als Schwerpunkt der Kunstberatung galt, ist Angeboten gewichen, die zu jener Zeit kaum mit diesem Begriff verbunden worden wären. Was sind die Ursachen, was die Folgen?
Zunächst ein Blick zurück. Vor rund 20 Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Praxis des <strong>Art Consulting</strong> in Deutschland ist in <strong>tiefgreifendem Wandel</strong>. Vieles von dem, was noch in den 80er und 90er Jahren als Schwerpunkt der Kunstberatung galt, ist Angeboten gewichen, die zu jener Zeit kaum mit diesem Begriff verbunden worden wären. Was sind die Ursachen, was die Folgen?<span id="more-9"></span></p>
<p>Zunächst ein Blick zurück. Vor rund 20 Jahren lautete die <strong>Fehleinschätzung</strong>, von der sich die gesamte Branche bis heute kaum erholt hat: <strong>Unternehmen brauchen Kunst</strong>. Sowohl Galeristen als auch eine Unzahl selbsternannter Kunstberater hatten in den 80er Jahren neben Privatkunden die Unternehmen als Kunstabnehmer entdeckt. Jedes Gebäude, so das damalige Credo, braucht eine künstlerische Ausstattung. Je mächtiger das Unternehmen, desto potenter musste die Kunst sein, mit der das Unternehmen sich schmücken sollte. Die Tatsache, dass es sich bei dieser neuen Käuferschicht um Institutionen handelte, nährte die Hoffnung, hier könnten dank langfristigen Kunstabonnements umfangreiche Volumina bewegt werden. Art Consulting bedeutete zu dieser Zeit vor allem, «großen Unternehmen Kunst von großen Künstlern» zu verkaufen. Das Geschäft mit der Kunst für Unternehmen lief prächtig, doch schon damals hätte auffallen können, dass es weniger die Unternehmen waren, die sich mit der Kunst schmückten. Stattdessen setzten die Unternehmenslenker die Kunst regelmäßig als Staffage ein, um sich gegenüber der Öffentlichkeit als kreativ und innovativ in Szene zu setzen. Die Zahl der Wirtschaftslenker ist Legion, die sich für ein Porträt in den Hochglanzmagazinen der Hochfinanz vor großer Kunst in Pose setzen. Ebenso die Anzahl der Interviews, in denen solche Patriarchen mit großer Geste die Kunst als integralen Bestandteil der Firmenkultur beschrieben, in der sich alles spiegele, was ihnen an ihrem Unternehmen wichtig, ja heilig sei: Kreativität, die Neugierde auf das Überraschende, Andersartige, die Lust am Widerspruch.</p>
<p><strong>Dann brach die Konjunktur ei</strong>n, und die Unternehmen bekamen Lust auf anderes, Lust auf Entschlackung, auf Säuberung von allem Überflüssigen, Lust auf Kostensenkung. Im Unterschied zur Lust auf Kunst, die nie vom Unternehmen, sondern immer von Einzelpersonen ausging, die sich selbst mittels der Kunst ein Denkmal setzen wollten, erfasste die Lust auf Kostensenkung das Unternehmen in seiner Gesamtheit. Kunst war eines der ersten Opfer dieser neuen Bewegung. Und so wurden die entsprechenden Budgets zunächst eingefroren, dann vertagt, schließlich gekürzt und am Ende gestrichen. Allen Beteuerungen zum Trotz: Kunst war kreativer, überraschender, andersartiger, widersprüchlicher Luxus. Aber eben Luxus. Und dem ging es als erstem an den Kragen. Schlechte Zeiten für Art Consulting.</p>
<p>Die konjunkturelle Entwicklung allein könnte ja aufgrund ihrer bekannten Zyklizität die Hoffnung auf bessere Zeiten in sich tragen. Doch zu den saisonalen Veränderungen, auf die sich Art Consulting einzustellen hatte, kamen <strong>strukturelle Veränderungen</strong> hinzu. Der Begriff ist inzwischen so eingängig, dass man sich selten bewusst macht, wie jung er in Deutschland noch ist: «Shareholder Value». Der Imperativ der Ausrichtung sämtlicher Unternehmensaktivitäten an dem von der Börse definierten Firmenwert. Shareholder Value bestimmt die Unternehmenspolitik und hat inzwischen maßgeblichen Einfluss auf die Selektion der Vorstandsvorsitzenden. Der sich seiner Position und der damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung bewusste Wirtschaftskapitän, der sich durch Kunst wirkungsvoll inszeniert, erscheint in diesen Zeiten als Auslaufmodell. Er wird zunehmend abgelöst durch einen Controller-Typus, der sich statt im Licht der Kunst lieber im Glanz der neuerlich erzielten Gewinnsteigerung sonnt. Spätestens jetzt hat Art Consulting in der traditionellen Form nicht nur ein konjunkturbedingtes, sondern ein strukturelles Problem. Wie soll Kunst verkauft werden, wenn es den Budgetverantwortlichen an dem Glauben an die viel beschworenen autonomen Wirkkräfte der Kunst grundsätzlich fehlt? Die Antwort: Nach Anwendungsfeldern suchen, in denen Kunst – ganz im Sinne des Shareholder Value – für Unternehmen Wert schaffen kann. Beispielhafte «Anwendungen» zeitgenössischer Kunst sind die Themenfelder <strong>Innovationsmanagement</strong>, <strong>Corporate Identity</strong>, <strong>Raumentwicklung </strong>und nicht zuletzt <strong>Werbung</strong>.</p>
<p><strong>Erfolgreiche Künstler sind Innovatoren</strong>; denn sie haben ihre Ideen auf dem von brutaler Konkurrenz geprägten Kunstmarkt und seiner permanenten Sucht nach dem Neuen, Noch-nie-Dagewesenen erfolgreich durchgesetzt. Die Schlüsselfrage in gesättigten Märkten ist die nach der durchschlagenden Innovation, die neue Märkte zu schaffen vermag. Künstler können hier wertvolle Hinweise geben, sei es zu den Rahmenbedingungen von Kreativität oder den Erfolgsfaktoren innovativen Handelns. Weithin unterschätzt ist die akribische Methodik, mit der Künstler häufig ihre einmal gefundenen Lösungen auf Verwendbarkeit in unterschiedlichen Themenfeldern, Gattungen und Medien prüfen. Im Atelier des Künstlers lässt sich lernen, wie Produktentwicklung laufen muss und laufen kann, wenn zu befürchten ist, dass zeitgleich Wettbewerber mit Hochdruck an ähnlichen Problemstellungen arbeiten.</p>
<p><strong>Künstler sind in der Lage, zentrale Aspekte der Corporate Identity zu visualisieren</strong>. Sie können die Kernbotschaften eines Unternehmens so darstellen, dass jenseits der bekannten Plattitüden von Unternehmensvision und -mission die Einzigartigkeit der spezifischen Organisation sichtbar wird. Sie vermögen dies kraft ihrer natürlichen Distanz zur wirtschaftlichen Logik, die sie Dinge sehen lässt, die nicht in den Denkschienen gewöhnlichen Wirtschaftens verlaufen und gerade deswegen Strukturzusammenhänge offenbaren, die mehr sind als organisiertes Geldverdienen.</p>
<p><strong>Künstler können innovative Räume entwickeln</strong>, da sie in der Lage sind, Raumnutzungen neu zu denken. Statt die in Architektur und Innenarchitektur bekannten Gestaltungslinien weiterzuführen, können Künstler sie unterbrechen, um an überraschender Stelle neu anzusetzen. So werden Diskontinuitäten geschaffen, die Raumzusammenhänge neu aufrollen. Anschaulich macht dies etwa ein Wettbewerb, den die katholische Caritas 2004 für die Gestaltung des Andachtsraumes eines Altenheims in München ausschrieb. Mit der Beauftragung eines Künstlers verband sich die Hoffnung nach einer modernen Interpretation von religiöser Andacht und Zwiesprache mit Gott. Gleichzeitig sollte die Kapelle aber auch den persönlichen Bedürfnissen der Heimbewohner mit einem Durchschnittsalter von etwa 85 Jahren Rechnung tragen. Die meisten Bewohner des Altenpflegeheims würden aufgrund körperlicher oder geistiger Erkrankungen die Kapelle nur mit einer eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeit betreten können. Vor diesem Hintergrund musste den Künstlern bewusst sein, dass neue konzeptionelle und gestalterische Raumideen von den Adressaten möglicherweise nicht wahrgenommen, verstanden oder akzeptiert werden würden. Und dennoch sollte der Raum radikal neu gedacht werden. Im Ergebnis waren sämtliche Entwürfe der fünf für den Wettbewerb ausgewählten Künstler eine erfolgreiche Gratwanderung zwischen den beiden Anforderungen, traditionelle Strukturen aufzubrechen und die mehrheitlich «konservativen» Altenheimbewohner im Raum zu «beheimaten». In Demut vor der Religion, aber mit der couragierten Entschlossenheit, die eigentlichen Funktionen des Gebetsraums neu zu interpretieren, wurden radikale Umdeutungen vorgestellt.</p>
<p>Im Atelier des Künstlers lässt sich lernen, wie Produktentwicklung laufen muss und laufen kann. So drehten die Künstler etwa den Andachtsraum gegen seine eigentliche Achse, entwickelten ihn zu einem Kegel ohne sichtbare Grenzen oder schlugen spektakuläre Schrägen und Fluchten vor, mit der die starre Ausrichtung auf den Altar ersetzt werden sollte. In allen Fällen waren der Raum und seine konkrete Ausgestaltung keine Weiterentwicklung bestehender Konzepte, sondern eine Neudeutung, die ihren Ursprung in der heutigen Nutzung von Andachtsräumen nahm, statt in der seit Jahrhunderten überlieferten traditionellen Raumgliederung.</p>
<p><strong>Schließlich sind Künstler auch in der Lage, innovative Ideen für Werbung augenfällig zu machen</strong>. Sie können Bilder schaffen, die über das hinausweisen, was die durch detaillierte Briefings von vornherein in ihrer Gestaltung limitierte Werbegraphik in der Regel abzuliefern imstande ist. Ein Beleg dieser These ist die aktuelle Kampagne «Denken ist Handeln» der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG). Ziel der Kampagne ist es, den Satz «Denken ist Handeln» als Kennzeichen für die kreative und umsetzungsorientierte Arbeit bei BCG in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dabei war von Beginn an die Verbindung zur Kunst angestrebt, um die Positionierung des Unternehmens als führende Strategieberatung zu unterstützen und den Akzent auf die Fähigkeit der Berater zu legen, für jeden Kunden zu individuellen Lösungen zu gelangen. Der ursprünglich gewählte Ansatz, auf bereits bestehende Motive des kunstgeschichtlichen Fundus zurückzugreifen, stellte sich als wenig zielführend heraus. «Freie Kunst» ex post in einen neuen Kontext zu bringen, damit sie dort eine neue Aufgabe – Werbung – erfüllen könne, ist grundsätzlich ein heikles Unterfangen, das auch hier nicht wirklich zu funktionieren vermochte. Daher entschloss man sich 2002 nach einigem Experimentieren, einen Wettbewerb ins Leben zu rufen, in dem Künstler Vorschläge zur Vergegenständlichung von «Denken ist Handeln» einreichen sollten. Ein heikles Thema, möchte man meinen: Künstler sollen mit ihrer Kunst Werbebotschaften «illustrieren»? Die Erfahrung zeigte, dass deren <strong>Bereitschaft, bei einem derartigen Projekt mitzuwirken</strong>, insbesondere von <strong>drei Faktoren</strong> abhängig ist:</p>
<p>Erstens: <strong>Attraktivität des Kunden</strong>. Die Zeiten sind vorbei, da Künstler Werbung pauschal als ein für innovative visuelle Botschaften unzulässiges Medium verdammten. Gegenüber den konkreten Auftraggebern besteht jedoch ein hohes Maß an kritischer Distanz fort. Es war daher wichtig, den Künstlern ein genaues Bild von dem Tätigkeitsprofil und den konkreten Kommunikationsabsichten des Auftraggebers zu vermitteln, um das für die Zusammenarbeit nötige Vertrauen zu schaffen.</p>
<p>Zweitens: <strong>Art und Umfang des Briefings</strong>. Hier gilt: Je knapper das Briefing, desto vielversprechender das Projekt. Im aktuellen Beispiel entschloss sich BCG – nach intensiven internen Diskussionen – das Briefing auf das absolute Minimum zu verkürzen: « Visualisieren Sie den Satz &lt;Denken ist Handeln&gt; und setzen Sie hierfür vorzugsweise die Elemente Kopf und Hand ein.» Somit war für die Künstler eine hinreichend große Bandbreite der Gestaltungsmöglichkeiten sichergestellt, innerhalb derer kreative Entfaltung möglich war.</p>
<p>Drittens: Zu jedem Zeitpunkt des Projektes die <strong>Achtung des Künstlers als Künstler</strong>. Für die angefragten Wettbewerbsteilnehmer war es wichtig, dass sie von einem Kunstberater angefragt wurden, von dem sie annehmen konnten, dass dieser über hinreichend Erfahrung und Sensibilität im Umgang mit Künstlern verfüge, um sie im Konfliktfall vor unzulässigen Eingriffen durch den Kunden zu schützen.</p>
<p>Im Projekt der Boston Consulting Group stimmten all diese Voraussetzungen, sodass zwischen 2002 und 2005 zwei Wettbewerbe mit insgesamt 20 Künstlern durchgeführt werden konnten, aus denen 12 künstlerische Motive hervorgingen, die durch kontinuierliche Schaltungen in Tageszeitungen und Magazinen das Bild der Berater von BCG in der Öffentlichkeit entscheidend geprägt haben.</p>
<p>Art Consulting hat heutzutage nur mehr wenig gemein mit dem noch in den 80ern und 90ern die Branche prägenden «Verkauf großer Kunst an große Unternehmen». Mit dem Wandel des Berufsbildes, vom Handel mit Kunstobjekten hin zum <strong>Realisieren von komplexen Kunstprojekten entlang der Wertschöpfungskette des Kunden</strong>, hat sich auch das Anforderungsprofil an die Kunstberatung gewandelt. Der Berater muss sich auf das konkrete Marktumfeld des Kunden einlassen und muss verstehen, was für den Kunden «Erfolg» bedeutet. Eines der wesentlichen Kriterien, um erfolgreiche Kunstprojekte nach dieser Logik zu realisieren, ist die Fähigkeit des Art Consultant, «kompetent zwischen den Welten zu vermitteln», so dass alle beteiligten Akteure sich mit ihren Bedürfnissen und Anforderungen verstanden und berücksichtigt fühlen. Dem Künstler hingegen eröffnet gerade seine Distanz zu den Gesetzmäßigkeiten wirtschaftlichen Handelns den Weg zu Lösungen, die den Rahmen des Bisherigen zu sprengen vermögen.</p>
<p>(Der Beitrag von Stefan Shaw erschien am 4.7.2007 in der Zeitschrift <em>Schweizer Monatshefte</em>)</p>
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		<title>Kultursponsoring 2.0 &#8211; Profitable Allianzen zwischen Kunst und Wirtschaft</title>
		<link>http://artmatters.de/blog/2010/09/11/kultursponsoring-2-0-profitable-allianzen-zwischen-kunst-und-wirtschaft/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Sep 2010 20:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultursponsoring]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Fasse ich meine Wahrnehmung der gegenwärtigen Praxis des Kultursponsorings zusammen, komme ich zu dem Schluss, dass  hier bislang vor allem die Kultur profitiert und weniger die Wirtschaft. In meiner Begrifflichkeit ist dies “Kultursponsoring 1.0”. Damit Kultursponsoring weiterhin eine Zukunft hat, sollten wir darüber nachdenken wie die Wirtschaft profitieren kann. Das wäre dann “Kultursponsoring 2.0.”
Die Apologeten des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fasse ich meine Wahrnehmung der gegenwärtigen Praxis des Kultursponsorings zusammen, komme ich zu dem Schluss, dass  hier bislang vor allem die Kultur profitiert und weniger die Wirtschaft. In meiner Begrifflichkeit ist dies “Kultursponsoring 1.0”. Damit Kultursponsoring weiterhin eine Zukunft hat, sollten wir darüber nachdenken wie die Wirtschaft profitieren kann. Das wäre dann “<strong>Kultursponsoring 2.0.</strong>”</p>
<p>Die Apologeten des Kultursponsorings sind, seitdem dieses Konzept in Deutschland in Mode ist, viel beschäftigt, das immer gleiche Mantra aufzusagen:</p>
<ul>
<li>-“Nein, Kultursponsoring ist nicht Mäzenatentum”</li>
<li>-“Ja, Kultursponsoring ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit”</li>
<li>-“Nein, eine inhaltliche Einmischung in die Kulturarbeit von Seiten des Unternehmens findet nicht statt”</li>
<li>-“Ja, der Imagetransfer von der Kultur zur Wirtschaft rechtfertigt den Aufwand”<span id="more-11"></span></li>
</ul>
<p>Und in diese Gebetsmühle platzt nun folgender Befund einer Studie, die von dem Münchner <em>Prof. Manfred Schwaiger</em> im Auftrag (!) des <em>Arbeitskreis Kultursponsoring</em> im BDI erstellt wurde:</p>
<p><em>“Auf Basis unserer Ergebnisse ist festzuhalten, dass entgegen unseren Erwartungen die alleinige Kenntnis von Kultursponsoring-Aktivitäten (z.B. durch Lektüre entsprechender Pressemeldungen) nicht ausreicht, das Reputationsurteil des sponsernden Unternehmens in der breiten Bevölkerung langfristig signifikant nach oben zu treiben. Dagegen konnte nachgewiesen werden, dass Besucher von Kulturveranstaltungen, die den dort aktiven Sponsor wahrgenommen haben, im Durchschnitt signifikant bessere Reputationseinschätzungen abgeben.”</em></p>
<p>Das heißt: Der gewünschte <strong>Imagetransfer findet nur statt bei den Besuchern, die die gesponserte Veranstaltung tatsächlich besucht haben</strong>. Dies alles bietet nun einen schönen Vorteil: Man kann den TKP (Tausender-Kontakt-Preis) sehr einfach ausrechnen. Aber es bietet auch einen nicht so schönen Nachteil: Dieser TKP nämlich wird in der Regel um ein Vielfaches höher sein als bei anderen Kommunikationsmaßnahmen. Ich fürchte – so besehen und gestützt durch die Studie von Prof. Schwaiger: Kultursponsoring 1.0 rechnet sich nicht.</p>
<p>Aus diesem ernüchternden Befund gibt es meines Erachtens nur zwei Auswege: Entweder: Zurück zum Mäzenatentum.  Oder: Auf nach vorne zum Kultursponsoring 2.0.</p>
<p>Zunächst zur Rückkehr zum Mäzenatentum, das viel zu lange und zu Unrecht als der “etwas tollpatschige Bruder des intelligenten Kultursponsorings” in Verruf geraten ist. Denn vieles von dem, was neudeutsch Kultursponsoring heißt, ist meines Erachtens weiterhin Mäzenatentum, nur eben mit einem Modewort neu eingekleidet. <strong>Was kennzeichnet nun den mäzenatischen Ansatz?</strong></p>
<ul>
<li>- Die Überzeugung des Mäzens, er bzw. sein Unternehmen solle zumindest einen Teil der in seiner Gesellschaft erwirtschafteten Erlöse wieder an ebenjene Gesellschaft zurückführen, dies bevorzugt kultur- und damit sinnstiftend.</li>
<li>- Die Überzeugung des Mäzens, die eine oder andere Kultursparte oder der eine oder andere Kulturproduzent habe eine Förderung in besonderem Maße verdient</li>
<li>- Der Wunsch des Mäzens, die geförderten Veranstaltungen selbst besuchen zu wollen, weil diese sich ohnehin mit seinen persönlichen Neigungen überschneidet</li>
<li>- Der Wunsch des Mäzens, mit diesen Aktivitäten assoziiert zu werden, da die Förderung von Kultur eben auch den Förderer selbst in der öffentlichen Wahrnehmung zu kultivieren vermag.</li>
</ul>
<p><strong>Was dagegen sollte den Kultursponsoring-Ansatz kennzeichnen?</strong></p>
<p>Die Überzeugung, dass mit jedem in Kultursponsoring investierten Euro mehr zu erreichen ist als mit jeder alternativen Kommunikationsmaßnahme. Das heißt: Mehr Kontakte, mehr Leads, mehr Projekte, mehr Umsatz, mehr Gewinn.</p>
<p>Wie viele der gegenwärtigen Kultursponsoring-Aktivitäten sind wirklich so kühl gerechnet wie es die Theorie des Kultursponsorings verlangt? Ich fürchte, nicht allzu viele.</p>
<p>Warum also <strong>hören wir nicht einfach auf mit diesem Etikettenschwindel</strong> und entlasten die im Kern weiterhin mäzenatischen Aktivitäten von ihrem Legitimationsdruck? Die Vorteile liegen auf der Hand: Jeder (Geber und Nehmer) bekommt, was er sich erhofft. Der Kulturschaffende seine Unterstützung, die Gesellschaft ihre Sinnstiftung und der Mäzen (gleich ob Unternehmer oder Unternehmen) seine kulturelle Distinktion. Alternative 1 also: Zurück zum Mäzenatentum! Das ist einfach, ehrlich und schürt keine falschen Erwartungen, die später enttäuscht werden müssen.</p>
<p>Die zweite Alternative aber könnte sein: Vorwärts! Vorwärts zum Kultursponsoring 2.0. Dieses Kultursponsoring 2.0 aber kann meines Erachtens nur funktionieren, wenn zunächst einige tradierte Elemente der gegenwärtigen Kultursponsoringpraxis unberücksichtigt bleiben.</p>
<ul>
<li>- Unberücksichtigt bleiben sollten die persönlichen Präferenzen der Entscheider auf Unternehmensseite, da deren persönlicher Geschmack in der Regel keinen Einfluss auf den Erfolg einer Kommunikationsmaßnahme haben wird.</li>
<li>- Unberücksichtigt bleiben sollten außerdem Erwägungen, welcher Kulturträger eine Zuwendung am besten gebrauchen kann, da auch dies wenig darüber aussagt, wie effektiv die Maßnahme für das Unternehmen sein wird.</li>
<li>- Unberücksichtigt bleiben sollte grundsätzlich die Gießkanne als Instrument der undifferenzierten kulturellen Breitendüngung</li>
<li>- Unberücksichtigt bleiben sollten außerdem die meisten der von außen an ein Unternehmen herangetragenen Sponsoringanfragen, da diese in den seltensten Fällen genau auf die Zielgruppen des Unternehmens passen werden.</li>
</ul>
<p>Statt als reaktive Maßnahme, sollte Kultursponsoring vielmehr als aktive und bewusste Schrittfolge verstanden werden und mit der gleichen Ernsthaftigkeit vorbereitet und betrieben werden, wie jede andere Kommunikationsmaßnahme auch.</p>
<p>Zu beantworten sind hierbei mehrere Fragen:</p>
<ul>
<li>- Wer sind meine Kunden bzw. Zielkunden?</li>
<li>- Welche Interessen verbinden meine Kunden bzw. Zielkunden?</li>
<li>- Sind dies überhaupt kulturelle Interessen?</li>
<li>- Wenn ja, lassen sich diese kulturellen Interessen einem spezifischen kulturellen Sektor zuordnen?</li>
<li>- Gibt es Veranstaltungen, die in diesem Sektor stattfinden und gleichzeitig die realistische Chance bergen, dass ausreichend Zielkunden diese Veranstaltung wahrnehmen werden?</li>
<li>- Lassen sich die Veranstalter für ein Kultursponsoringkonzept gewinnen? Sind sie vielleicht bereits auf der Suche nach Partnern?</li>
<li>- Wie hoch ist mein absolutes Kommunikationsbudget, um diese Kunden bzw. Zielkunden anzusprechen?</li>
<li>- Welchen Anteil an diesem Budget sollte oder darf Kultursponsoring maximal einnehmen?</li>
<li>- Welche spezifischen Gegenleistungen lassen sich für dieses Budget erzielen?</li>
<li>- Wie hoch ist der Anteil an Zielkunden an den prognostizierten Veranstaltungsbesuchern?</li>
<li>- Wie hoch ist der TKP für diese Zielkunden? Wieviel Geld setze ich für den Kontakt zu einem einzelnen Besucher ein?</li>
<li>- Wie hoch ist der geldwerte Vorteil, die Veranstaltungen für eigene Kundenevents einzusetzen?</li>
</ul>
<p>Und schließlich – alle Aufwände und möglichen Erträge aufsummiert – :</p>
<ul>
<li>- Rechnet sich das alles im Vergleich zu alternativen Kommunikationsformen (d.h. klassische Werbung, Internetwerbung, eigene Veranstaltungen, Pressearbeit etc.)? Ist es effektiver? Ist es effizienter?</li>
</ul>
<p>Und nicht zuletzt</p>
<ul>
<li>- Welche Kultursponsoringmaßnahmen, die bereits im Unternehmen laufen, sind – die oben genannten Kriterien zugrundegelegt –  effektiv und effizient; und welche sind dies nicht?</li>
</ul>
<p>Denn für Kultursponsoring gilt doch, was für alle anderen Investitionsentscheidungen genauso Gültigkeit hat: Das am schnellsten erwirtschaftete Geld ist das, was nicht für wenig effektive Maßnahmen ausgegeben wird. Die Alternative zur Einstellung von bereits laufenden Maßnahmen wäre allerdings – wie bereits beschrieben – die Umwidmung der Zuwendung als mäzenatische Förderung. Dies hätte nämlich durchaus seinen Charme: Kulturzuwendungen bezögen ihre Legitimation ausschließlich aus dem verantwortlichen gesellschaftlichen Handeln und wären befreit von dem Legitimationsdruck gegenüber traditionellen Kommunikationsmaßnahmen, einem Druck, dem Kultursponsoring gerade in den zurückliegenden Jahren – das werden viele der heute Anwesenden bestätigen können –, ohnehin immer weniger standhalten konnte.</p>
<p>Aber ich will die Hoffnung nicht aufgeben: Wie Sie sicherlich auch, bin ich neugierig auf das, was uns heute und morgen die Referenten des Kultursponsoringgipfels vorstellen werden und hoffe mit Ihnen allen, dass wir spätestens beim nächsten Kultursponsoringgipfel den rhetorischen Rückgriff auf die mäzenatische Förderung nicht mehr nötig haben werden, weil dann Kultursponsoring endlich erwachsen und emanzipiert sein wird.</p>
<p>(Einführungsvortrag Stefan Shaw, Art Cologne, <em>Kultursponsoringgipfel 2006</em>)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie Kunst der Wirtschaft Beine macht</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 20:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Art Consulting/ Kunstberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst am Bau]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren wird in der Unternehmenswelt vermehrt Kunst eingesetzt. Kann die Verbindung von Kunst und Wirtschaft Mehrwert schaffen? Und wenn ja – wie gelingt dies? Ob der neue Signalträger Kunst erfolgreich sein wird, hängt letztlich ganz davon ab, auf welche Unternehmensführung Kunst und Künstler stoßen.
In der bildenden Kunst und ihren Schöpfern liegen enorme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den letzten Jahren wird in der Unternehmenswelt vermehrt Kunst eingesetzt. Kann die Verbindung von Kunst und Wirtschaft Mehrwert schaffen? Und wenn ja – wie gelingt dies? Ob der neue Signalträger Kunst erfolgreich sein wird, hängt letztlich ganz davon ab, auf welche Unternehmensführung Kunst und Künstler stoßen.</strong></p>
<p>In der bildenden Kunst und ihren Schöpfern liegen enorme Potentiale, die von Unternehmen gewinnbringend genutzt werden können. Dies bestätigen konkrete Erfahrungen von Unternehmern, die Kunst und Künstler gezielt einsetzen, um die Unternehmenskommunikation zu verbessern, als auch empirische Studien, die in den letzten Jahren zu diesem Thema durchgeführt wurden. Die Überlegung, <strong>Kunst gezielt als Motor für wirtschaftliche Veränderungen zu begreifen und einzusetzen</strong>, hat eine Vielzahl von Anwendungsfeldern kreiert, in denen Kunst einen nachhaltigen Wertbeitrag leisten kann. Gleichwohl ist <strong>Kunst kein Allheilmittel</strong>. Es soll hier nicht die Rede davon sein, dass die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst den Wahrnehmungshorizont erweitert und damit den empfindsameren Menschen hervorbringt, den diese Welt so dringend braucht. Über diesen Ansatz ist hinreichend geschrieben und publiziert worden, ohne dass gezeigt werden konnte, was nun gerade die Kunst von anderen Bausteinen kultureller Allgemeinbildung unterscheiden soll.<span id="more-15"></span></p>
<p>Stattdessen geht es hier um die konkrete Anwendung von Kunst, um ein unternehmerisches Problem zu lösen oder zur Bewältigung einer unternehmerischen Herausforderung beizutragen.</p>
<p>Inwieweit dies gelingen kann, zeigt das erste Beispiel »Denken ist Handeln«. Es kann aber auch scheitern, dies macht das zweite Beispiel »Wer den Teufel ruft« deutlich.</p>
<p>Das <strong>Strategieberatungsunternehmen </strong><em><strong>The Boston Consulting Group</strong></em><em> (BCG)</em> stand nach einer erfolgreichen Positionierung als die weltweit führende Strategieberatung in den 90er Jahren zu Beginn des neuen Jahrzehnts vor einer doppelten Herausforderung:</p>
<ul>
<li>Das Bewerberprofil hatte sich 	verändert: <em>BCG</em> räumte der konkreten Unterstützung bei 	der Umsetzung ihrer Empfehlungen immer höhere Priorität ein und 	suchte dementsprechend Nachwuchs, der sowohl an der intellektuellen 	Auseinandersetzung mit strategischen Problemen wie an der handfesten 	Umsetzung interessiert war. Da auch auf Seiten der »New Hires« das 	verstärkte Bedürfnis erkennbar war, bei der Umsetzung beteiligt zu 	sein, bestand die Aufgabe darin, BCG als optimalen Arbeitgeber für 	High Potentials, die in ihrer Arbeit Denken und Handeln verknüpfen 	wollen, bekannt zu machen.</li>
<li>Außerdem hatte sich infolge der 	wirtschaftlichen Stagnation in Deutschland die Anzahl der 	hochklassigen Bewerber reduziert. Aus Furcht vor einer 	rezessionsbedingten Absage hatten viele High Potentials 	offensichtlich beschlossen, über Praktika und Promotion Zeit zu 	gewinnen, um sich in besseren Zeiten mit höherer Aussicht auf 	Erfolg zu bewerben. Dies traf auf einen weiter steigenden Bedarf an 	Nachwuchs bei der <em>Boston Consulting Group</em>.</li>
</ul>
<p>Dies war der Hintergrund für die Konzeption einer neuen Recruiting Kampagne, die gleichzeitig auch als Imagekampagne für das ganze Unternehmen fungieren sollte. Die anspruchsvolle Aufgabe bestand darin, den Fokus auf die Umsetzungsstärke von BCG zu lenken, ohne den Anspruch der strategischen Kreativität, des »thinking beyond the obvious« aufzugeben. Der Claim, der dies ausdrücken sollte, ist »<strong>Denken ist Handeln</strong>«. Werbegrafiker und – fotografen lieferten eine Vielzahl von Motiven, die diesen Gedanken illustrieren sollten. Allein – nach Meinung der Berater – fehlte den vorgestellten Bildvorschlägen die zündende, außergewöhnliche Idee, der kreative Funke, eben das »thinking beyond the obvious«. Daher entschied sich das Unternehmen, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen und die Motive der Kampagne »Denken ist Handeln« von zeitgenössischen »freien« Künstlern erarbeiten zu lassen. BCG identifizierte aus einer Vielzahl von jungen figurativen Malern eine Gruppe von zehn Künstlern, die man hinsichtlich ihrer Bildaussagen und Vita als spannende Kandidaten für einen Motivwettbewerb bewertete. Diese zehn Künstler wurden gebeten, künstlerische Interpretationen des Claims »Denken ist Handeln« zu entwickeln. Die besten Motive sollten prämiert und in die Kampagne integriert werden.</p>
<p>Die eigentlich spannende Arbeit begann erst jetzt. Unternehmensberater rekrutieren sich in der Regel aus Menschen, die höchst ungern etwas dem Zufall oder einer Instanz, die außerhalb ihres Einflussbereiches liegt, überlassen. Im Gegenzug sind Künstler in der Regel Menschen, die sich von anderen ungern sagen lassen, was sie zu malen haben. Daher bereitete die Idee (und Notwendigkeit), die Künstler mit einem auf den einen Satz »Denken ist Handeln« reduzierten Briefing in den Wettbewerb zu schicken, nicht wenigen im Unternehmen Kopfzerbrechen und Bauchschmerzen. Die Aufgabe der Agentur, die den Prozess moderierte, bestand nun vornehmlich darin, Künstler und Berater so weit und so lang wie möglich auseinander zu halten, damit sie sich nicht in die Quere kommen konnten. Die Berater den Künstlern nicht durch voreilige Steuerungsversuche und die Künstler den Beratern nicht durch unvollkommene Skizzen und elaborierte Werkkommentare.</p>
<p>Im Verlauf des Projektes geschah nun Folgendes: Die Künstler hatten sich einen ersten »Probelauf« abringen lassen, in dem ihre Entwürfe vorgestellt und von <em>BCG </em>kommentiert werden sollten. Jeder Künstler stellte mehrere Entwürfe vor, die – mit moderaten Ergänzungswünschen versehen – wieder an ihn zurückgegeben wurden. Zur Überraschung aller Teilnehmer erklärten sich alle Künstler bereit, die Ergänzungswünsche einzuarbeiten. Bemerkenswert war allerdings das Ergebnis: Als die modifizierten Arbeiten präsentiert wurden, stellte sich heraus, dass die Erstentwürfe – ohne Eingriff von außen – mit Abstand die besseren Arbeiten waren. Die künstlerische Eigenständigkeit, die Distanz zum Gegenstand führte zu den gelungeneren, stimmigeren Ergebnissen. Sechs Motive wurden schließlich prämiert und für die Kampagne ausgewählt.</p>
<p>_________________</p>
<p>Konträr zu dem positiven Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Beratern verlief das folgende Projekt, in dem ein Künstler auf eine gänzlich andere Branche traf.</p>
<p>Der Schauplatz ist München. Ein Immobilienentwickler plante die <strong>Komplettsanierung eines Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dom</strong>. Das Gebäude selbst ist in einer schmalen Gasse gelegen, mit einer wenigen Meter breiten Flanke zum prominenten Frauenplatz. Dieses Gebäude sollte mit Kunst veredelt werden. Außerdem war dem Unternehmen daran gelegen, sich selbst als sympathische, in München beheimatete Firma der Öffentlichkeit vorzustellen. Um dies zu erreichen, lobte das Unternehmen einen Künstlerwettbewerb aus, den einer der eingeladenen Künstler mit einer bemerkenswerten Idee gewann. Diese darzustellen, verlangt zunächst einen kurzen Einstieg in die Geschichte des Doms:</p>
<p>Der Legende nach war dem Baumeister des Doms zwischenzeitlich das Geld ausgegangen – ein gerade heute wieder häufig zu beobachtendes Phänomen in der Immobilienbranche. Anders als heute konnte man damals aber noch Wetten mit dem Teufel abschließen. Dieser versprach dem Baumeister nämlich, bei dem Bau behilflich zu sein, wenn der Baumeister im Gegenzug dafür garantiere, dass keine Fenster in die Kirche eingelassen würden. Der Baumeister schlug ein. Als der Teufel das Werk begutachten (und die Finanzen regeln) wollte, postierte ihn der Baumeister an eine Stelle im Eingangsbereich des Doms, von der aus tatsächlich kein Fenster zu sehen war und nahm ihm das Geld ab. Als der Teufel weiter in die Kirche schritt und Fenster erblickte, sah er sich betrogen und stampfte wütend auf den Boden. Dieser Abdruck, der sogenannte »Teufelstritt« ist heute noch zu sehen und zu einer Ikone Münchens geworden.</p>
<p>Nun zur künstlerischen Idee, die in dem Wettbewerb prämiert wurde. Der Künstler stellte richtig fest, dass es vor dem übermächtigen Dom kein Entkommen gab. Daher schlug er vor, den Schwung der Legende auszunutzen und daraus eine Arbeit zu formen. Auf einen Dachvorsprung der Außenfassade des Gebäudes sollte übermenschengroß der Teufel stehen, der dem Dom zunächst überheblich zujuxt, um dann in einer tanzenden Bewegung (Veitstanz!) zum wütenden Fußtritt zu kommen. Den Teufel hatte der Künstler als »Deiferl« konzipiert, als ein kleines, freches Kerlchen, das sich selbst überhebt, um dann im Baumeister seinen wahren Meister zu erkennen. Der Teufel hatte verloren und das sollte in der Arbeit zum Ausdruck kommen. Nicht nur zum Dom sollte eine Beziehung aufgebaut werden, auch zum berühmten Glockenspiel auf dem nur wenige Meter entfernten Marienplatz. Der Teufel sollte nämlich nur zu festgelegten – teuflischen – Zeiten, seine Bewegung vollführen und ansonsten starr den Dom anfeixen.</p>
<p>Was alle Beteiligten an diesem Vorschlag faszinierte, war die Aussicht, nicht nur dem Gebäude, sondern auch dem Unternehmen selbst eine sympathische Verankerung in dessen Heimatstadt München zu geben. Es war klar, dass der Teufel rasch zur Touristenattraktion werden würde, da jeder Reiseführer die Installation in die Darstellungen des Doms und seiner Legenden mit aufgenommen hätte. Jedoch: <strong>Die Rechnung hatte man ohne die Gottesfurcht der Geschäftsführung gemacht</strong>. Nachdem der Teufel anlässlich des Richtfestes bereits der Öffentlichkeit vorgestellt worden war, regten sich in der Führung des Unternehmens spontane Bedenken: Bestehe nicht die Gefahr, dass die religiösen Gefühle der Passanten durch den Anblick des Leibhaftigen verletzt werden könnten?!</p>
<p>Der Künstler reagierte sofort und bot das Gutachten eines Kirchenhistorikers auf, der umfassend und detailliert versicherte, der Teufel sei von jeher selbstverständlicher Bestandteil des katholischen Glaubens gewesen und daher als unbedenklich zu bewerten. Der Historiker verwies auf eine Vielzahl von Teufelsdarstellungen in prominenten Kirchen und nicht zuletzt darauf, gerade im Kontext des Doms sei dieser doch eine wichtige Figur und zu guter Letzt: Er werde doch als Verlierer inszeniert. Nein – aus historischer und religionswissenschaftlicher Sicht sei gegen einen Teufel auf dem Frauenplatz nun wirklich nichts einzuwenden. Die Zweifel nagten jedoch weiter. Man beraumte einen Termin mit einem hochrangigen Vertreter der katholischen Kirche an, in dem dieser seine ursprüngliche Einschätzung (»der Teufel ist unbedenklich«) relativierte. Dem Unternehmen stünde es zwar frei, den Teufel zu installieren, »ihren Segen könne die Kirche dem Teufel jedoch nicht geben«. Das war das Aus. Der Teufel war zu diesem Zeitpunkt längst vollendet und auf dem Sprung zum Dom. Er steht nun auf einer Wiese vor den Toren Münchens, schaut zur Stadt hin und freut sich, dass er so unverhofft noch einmal Gelegenheit erhielt, den Menschen so richtig Angst einzujagen.</p>
<p>Die beiden Anwendungsbeispiele zum Thema Kunst und Unternehmen verdeutlichen aus unterschiedlichen Perspektiven einen gemeinsamen Sachverhalt: Entscheidend für den Erfolg von Kunst im Unternehmenskontext sind nicht zuletzt der <strong>Mut und die Risikobereitschaft des Unternehmens</strong>, über einen neuen Signalträger – Kunst – <strong>neue, kreative Botschaften zu formulieren</strong>. Trifft Kunst und treffen Künstler auf offene und neugierige Auftraggeber, kann sich hieraus eine Projektpartnerschaft entwickeln, die für beide Seiten – Kunst und Wirtschaft – in außerordentlich produktive Ergebnisse mündet. Trifft dagegen künstlerischer Schwung auf risikoaverses Verhalten in der Unternehmensführung, dann lässt sich selbst dem hilfebedürftigsten Unternehmen auch mit der besten Kunst nicht mehr helfen.</p>
<p><em>(Beitrag für “Perspektive blau”, 2006)</em></p>
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		<title>The Art of Change &#8211; Erfolgsfaktoren für Veränderung</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 18:34:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Erfolg eines Unternehmens hängt vorwiegend von seiner Anpassungsfähigkeit an wechselnde Rahmenbedingungen ab. Notwendige Veränderungsprozesse stoßen in der Regel auf hartnäckige Widerstände. Erst ihre Überwindung kann jedoch zu positiven Ergebnissen führen. Die Kunstgeschichte liefert hierfür eindrucksvolle Erfolgsbeispiele. Viele Künstler, die uns heute als etablierte Klassiker der Kunstgeschichte bekannt sind, haben sich mit ihren Neuerungen erfolgreich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Erfolg eines Unternehmens hängt vorwiegend von seiner <strong>Anpassungsfähigkeit an wechselnde Rahmenbedingungen</strong> ab. Notwendige Veränderungsprozesse stoßen in der Regel auf hartnäckige Widerstände. Erst ihre Überwindung kann jedoch zu positiven Ergebnissen führen. Die Kunstgeschichte liefert hierfür eindrucksvolle Erfolgsbeispiele. Viele Künstler, die uns heute als etablierte Klassiker der Kunstgeschichte bekannt sind, haben sich mit ihren Neuerungen erfolgreich gegen massive Widerstände durchgesetzt.<span id="more-3"></span></p>
<p>Ein renommierter Kritiker beschreibt 1876 eine Gruppenausstellung in Paris: “<em>Neues Unheil ist über die Rue Peletier … hereingebrochen. Fünf oder sechs Verrückte… haben, von Ehrgeiz verblendet, hier ihre Werke ausgestellt. Viele Besucher bekommen vor diesen Machwerken Lachkrämpfe. Mir zieht es bei ihrem Anblick das Herz zusammen. Diese sogenannten Künstler bezeichnen sich als Umstürzler und Impressionisten. Sie nehmen Leinwand, Farbe, Pinsel, setzen, je nach Lust und Laune, einige Töne nebeneinander und glauben, sie hätten schon etwas Großes geleistet. Das Ganze erinnert an Ville Evrard [Name einer Irrenanstalt], wo die verwirrten Patienten Steine aufheben und sich einbilden, sie hätten Diamanten gefunden. [...] Wie soll man … erklären, dass Bäume nicht violett sind und der Himmel nicht die Farbe frischer Butter hat, dass die von ihm gemalten Dinge in keinem Land zu sehen sind und kein intelligenter Mensch derartige Verwirrungen akzeptieren kann. Verlorene Mühe.”</em> Die hier diffamierten Verrückten sind Renoir, Monet, Pissarro, Cezanne und Seurat.</p>
<p>Aber es müssen gar nicht immer die Klassiker der Kunstgeschichte sein. Nahezu jeder “Profi-Künstler” (in Abgrenzung zu den ungezählten selbsternannten “Hobby-Kreativen”) blickt zurück auf eine Geschichte der Wandlungen und Veränderungen über massive Widerstände hinweg. Dies beginnt in der Regel bereits mit der Ausbildungs- und damit Berufswahl, die selten durch die Unterstützung der Eltern geprägt ist. Das Studium und auch die ersten Jahre der Professionalität sind gekennzeichnet durch sich fortsetzende Häutungen. Und immer, wenn eine neue Werkgruppe entsteht, steckt in ihr auch der Abschied von einer vorangegangenen Phase, die zu ihrer Zeit mit Vehemenz vertreten werden musste. Dies alles in der Regel in einer Umgebung, die – ökonomisch betrachtet – der künstlerischen Existenz feindselig gegenüber steht. Nur ein Bruchteil der Künstler kann von Kunst leben. Und dennoch treibt sie der schiere Wille nach Erneuerung voran: eine neue künstlerische Position entdecken, besetzen, ausloten und verteidigen. Um danach wiederum eine neue künstlerische Position aufzubauen, sie zu besetzen, auszuloten und zu verteidigen. Künstler werden vom Wandel getrieben, immer auf der Suche nach einer unverwechselbaren Stimme, die im chaotischen Konzert des Kunstmarkts hörbar und eindeutig erkennbar werden soll.</p>
<p><strong>Was sind die Erfolgsfaktoren? Wann setzen sich Künstler mit ihrem Veränderungswillen durch?</strong></p>
<p><strong>Durchhaltevermögen</strong></p>
<p>Christo &amp; Jeanne Claude verbrachten viele Jahre in existenzbedrohender Armut, bevor es ihnen gelang, ihre ersten Projekte zu realisieren, die sie später weltberühmt machten. In jedem einzelnen Projekt ist dieser Durchhaltewillen aufs Neue zu erkennen. Um die Entscheider für das Projekt “Verpackter Reichstag” zu gewinnen, unternahmen Christo und Jeanne-Claude 54 (!) Reisen nach Deutschland. Die erste Reise fand 1975 statt, nahezu 20 Jahre bevor das Projekt realisiert werden konnte. In dieser Zeit besuchten Christo und Jeanne Claude 352 Mitglieder des Bundestags persönlich und unterhielten Kontakt zu sechs aufeinander folgenden Bundestagspräsidenten.</p>
<p><strong>Reduktion</strong></p>
<p>Julian Opie, einer der unbestrittenen Stars der zeitgenössischen Kunst, stellt in seinen Bildern mit minimalen Mitteln (wenige Striche, elementare Formen, homogene Farben) urbanen Lifestyle dar. Seine in größtmöglicher Einfachheit ausgeführten Arbeiten haben keine Ähnlichkeit mit realen Figuren und doch meint man, in den wenigen Strichen nicht nur Menschen, sondern sogar distinkte Charaktertypen zu erkennen.</p>
<p>Einer der führenden Fotokünstler weltweit – Andreas Gursky – verdankt seine Bedeutung zu nicht unwesentlichem Anteil der Fähigkeit, seine bis ins Detail komponierten Fotoarbeiten in einer bislang ungekannten Größe – sowohl im Motiv als auch im Präsentationsformat – auszuführen, ohne Einschränkungen hinsichtlich Präzision, Schärfe und Detailgenauigkeit hinnehmen zu müssen. Gursky liefert sowohl kompositorisch als auch technisch ein Abbild der Welt in bislang unerreichter (technischer) Perfektion. Was können Unternehmen von Künstlern lernen und vor allem wie können sie dies tun?</p>
<p><strong>Perfektion</strong></p>
<p>Der Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass mittlerweile renommierte Gattungsbegriffe, wie z.B. Impressionismus, Kubismus oder Fauvismus zu ihrer Zeit als Verunglimpfung erfunden und verwendet wurden. Nicht selten waren die Reaktionen auf Neuerungen in der Kunstgeschichte nicht Indifferenz, sondern Widerstand, Empörung und Wut. Von der Kunst lernen heißt, dass jede Neuerung, die Traditionen in Frage stellt, Menschen in ihren gewohnten Wahrnehmungen und Empfindungen verunsichert. Veränderung erzeugt Ablehnung. Und nur die Menschen konnten sich durchsetzen, die unbeirrt und gegen alle Widerstände ihrer Überzeugung folgten.</p>
<p><strong>Vorbildlernen</strong></p>
<p>Die persönliche Auseinandersetzung mit der Person des Künstlers im Gespräch und in der Beobachtung seines täglichen Schaffens kann eine Ahnung davon vermitteln, welche Kraft und Begeisterung ein Mensch ausstrahlt, der vom Wert seiner Arbeit durchdrungen ist. Künstler agieren häufig “against all odds”. Die Welt wartet nicht auf ihre Arbeiten. Künstler befinden sich in einem harten Aufmerksamkeitswettbewerb mit Hundertschaften von ambitionierten Mit-Künstlern. Und doch strahlt jeder Einzelne von ihnen eine Energie aus, die mitreißt und die Bereitschaft weckt, sich auf ihre spezielle Wahrnehmung der Welt einzulassen und sich hiervon verändern zu lassen.</p>
<p><strong>Gemeinsames Initiieren von Veränderungen</strong></p>
<p>In den letzten Jahren hat art matters eine Reihe von Workshop-Formaten entwickelt, in denen Künstler gemeinsam mit Führungskräften Veränderungsprozesse in Unternehmen initiieren. Hierbei geht es zunächst darum, die Notwendigkeit von Veränderung anhand von einfachen Metaphern sichtbar zu machen. Die den Prozess begleitenden und moderierenden Künstler (je nach Themenstellung Bildhauer, Filmemacher oder Musiker) sind Profis im Verdichten von komplexen Sachverhalten auf ihren Wesenskern. Durch das gemeinsame Erarbeiten und Visualisieren von “Change” – sei es im Comic, in einem Musikclip oder in einem Kurzfilm – liefern die Führungskräfte einfache und kraftvolle Bilder, mit denen sie sich und ihre Mitarbeiter nachhaltig auf die neue Strategie verpflichten. Auf einer weiteren (Prozess-)Ebene erfahren die Führungskräfte, dass sie – obwohl auf neuem Terrain unterwegs – im Team zu Höchstleistungen auflaufen. Sie erleben Veränderung als befreiend und lustvoll und können so ihrer Führungsaufgabe, nämlich ihre Mitarbeiter für die notwendigen Change-Prozesse zu motivieren, umso überzeugender gerecht werden.</p>
<p><em>(Dieser Beitrag von Stefan Shaw erschien 2008 in der Zeitschrift “congena”)</em></p>
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